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Heizkosten in Deutschland

Die Heizkosten in Deutschland sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind fossile Energieträger wie Gas und Heizöl. 

Veröffentlicht am 23. Januar 2026

Wärmepumpe und Holzpellets am günstigsten

Laut einer Prognose von co2online lagen die jährlichen Heizkosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Jahr 2025 durchschnittlich bei rund 968 Euro. Am niedrigsten waren die Kosten beim Heizen mit Wärmepumpen: Hier wurden durchschnittlich etwa 715 Euro fällig. Auch Holzpellets waren mit rund 740 Euro vergleichsweise günstig. Am teuersten war das Heizen mit Fernwärme.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Einfamilienhäusern. Für ein Haus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche wurden die Heizkosten für 2025 auf durchschnittlich rund 1.800 Euro geschätzt. Auch hier zählten Wärmepumpen und Holzpellets zu den günstigsten Heizmethoden. Die höchsten durchschnittlichen Kosten entstanden beim Heizen mit Heizöl.

Kohlebriketts mit stärkstem Preisanstieg

Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass sich die Preise für Kohlebriketts im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2020 die Preise für Kohlebriketts am stärksten erhöht haben. Auch die Preise für Erdgas und Fernwärme haben sich ebenfalls stark erhöht.

Vor der sogenannten "Dezember-Soforthilfe" der Bundesregierung im Jahr 2022 waren die Preise für Heizöl, Brennholz und Holzpellets besonders stark gestiegen. Im Rahmen dieser Maßnahme übernahm der Staat die Abschlagszahlungen für Gas- und Fernwärmekundinnen und -kunden.

Feste Brennstoffe wie Brennholz und Holzpellets verteuerten sich im Herbst 2022 besonders stark. Anschließend fielen die Preise aber wieder, sodass sie im Vergleich zu 2020 aktuell den geringsten Preisanstieg unter den betrachteten Heizenergieträgern aufweisen.

Die Preise für Heizöl stiegen infolge des Irankriegs im März 2026 stark an. Die Preise der anderen Heizstoffe waren von den Konflikten im Nahen Osten weniger stark betroffen und blieben vergleichsweise stabil.

Gas bleibt häufigste Heizmethode

Gas ist in Deutschland weiterhin der wichtigste Heizstoff. Im Jahr 2024 wurde mehr als die Hälfte der Gebäude mit Gas beheizt. Dahinter folgten Heizöl mit 17 Prozent und Fernwärme mit 16 Prozent.

Wer aktuell einen neuen Gasvertrag mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh abschließt, zahlt rund 10 Cent pro Kilowattstunde.

Deutlich höher lagen die Kosten im September 2022: Damals erreichte der Gaspreis mit bis zu 40 Cent pro Kilowattstunde seinen Höchststand. Grund dafür war der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. In der Folge beschlossen die EU-Mitgliedsstaaten, bis 2027 auf russische Energie zu verzichten. Durch den Umstieg auf Erdgas und Fernwärme aus anderen Staaten stiegen die Preise stark an.

Im Jahr 2023 führte die deutsche Bundesregierung die sogenannte "Gaspreisbremse" ein, um die Gaskundinnen und -kunden zu entlasten. Für 80 Prozent des Jahresverbrauchs wurde der Preis auf 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Diese Regelung galt bis zum 31. Dezember 2023.

Zusätzlich wurde von Oktober 2022 bis März 2024 die Mehrwertsteuer auf Erdgas, Fernwärme und Flüssiggas von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Aktuell entfallen rund 16 Prozent des Gaspreises in Deutschland auf die Mehrwertsteuer. Die größten Kostenanteile machen jedoch Marge, Beschaffung und Vertrieb mit 42 Prozent sowie die Netzgebühren mit 26 Prozent aus.

Beim Netzentgelt handelt es sich um die Gebühren für die Nutzung des Gasnetzes. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh liegt das durchschnittliche Netznutzungsentgelt im Jahr 2026 je nach Netzbetreiber zwischen etwa 380 und 640 Euro.

Mit 1. Januar 2026 wurde die Gasspeicherumlage vom deutschen Bundeshaushalt übernommen. Sie wurde ursprünglich eingeführt, um die Kosten für das Befüllen der deutschen Gasspeicher zu decken und eine Gasmangellage im Jahr 2022 zu verhindern. Zuletzt betrug die Gasspeicherumlage 0,289 Cent pro Kilowattstunde.

Irankrieg ließ Ölpreis steigen

Durch den Krieg im Iran, der Ende Februar 2026 mit Angriffen Israels und der Vereinigten Staaten begann, stieg der Ölpreis weltweit an. Die Blockade des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus war dabei ein zentraler Faktor. In Deutschland kosteten 1.000 Liter Heizöl zeitweise mehr als 1.500 Euro. Unmittelbar zuvor hatte der Preis noch zwischen 900 und 1.000 Euro gelegen.

Fast sechs Prozent können ihr Zuhause nicht ausreichend warm halten

Die steigenden Heizkosten belasten viele Haushalte. Im Jahr 2025 gaben fast sechs Prozent der Bevölkerung in Deutschland an, ihre Wohnung oder ihr Haus aus finanziellen Gründen nicht angemessen warm halten zu können. Das entspricht rund 4,8 Millionen Menschen.

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die von Energiearmut betroffen sind, erreichte 2023 ihren bisherigen Höchststand. Seitdem sinkt sie wieder. Die infolge des Irankriegs gestiegenen Heizkosten könnten jedoch dazu führen, dass wieder mehr Menschen Schwierigkeiten haben, ihr Zuhause ausreichend zu beheizen.

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